Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Abschied von Pfr. Ulrich Nölle –

Am Abend des 21. Januar - in der Gebetswoche um die Einheit der Christen - erlag unser lieber priesterlicher Freund Pfarrer Ulrich Nölle seiner schweren Krankheit, die er mit viel Geduld, gepaart mit christlicher Hoffnung getragen hat.

Tiefgläubig, heiter und auch ernst - so haben wir Pfarrer Ulrich Nölle in 14 Jahren erleben dürfen, in denen er bei uns wirkte, Vorträge hielt, Gottesdienste mit uns feierte und einige Schwestern auf ihrem geistlichen Weg begleitete. Es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir haben gespürt, wie sehr er unsere kontemplative Berufung schätzte und wie wichtig es ihm war, sich durch unser Gebet getragen zu wissen. Im Sommer 2009 erhielt Pfarrer Nölle vom bischöflichen Ordinariat offiziell die Ernennung zum stellvertretenden Hausgeistlichen bei uns. Wie gerne hätte er in seinem Ruhestand uns seine priesterlichen Dienste noch intensiver zur Verfügung gestellt! Auch im Karmel Rödelmaier hielt er öfter Vorträge. Auch das bereitete ihm große Freude!

1997 lernten wir ihn kennen. Ein halbes Jahr später begann er mit den Vorträgen. In mehr als 10 Jahren "wanderten" wir mit ihm gemeinsam durch die Heilige Schrift, angefangen von der Genesis bis hin zur Offenbarung. Es war spannend und lehrreich und bereicherte unser geistliches Leben, wenn wir die einzelnen Bücher der Bibel durchgingen. Mitunter illustrierte eine Bildbetrachtung die biblischen Szenen. Aufgelockert wurde die Reihe durch das Anhören und die Interpretation von Oratorien und geistlichen Liedern und anderem mehr. Als wir am Ende des Alten  und des Neuen Testamentes angekommen waren, haben wir jeweils eine hl. Messe mit besonderer Textauswahl miteinander gefeiert. Nach Abschluß der Vorträge über die Heilige Schrift setzten wir unsere Wanderung durch die Kirchengeschichte fort.

Am 19. September 1992 wurde der ehemalige evangelische Pfarrer Ulrich Nölle von Bischof Paul Werner Scheele zum Priester geweiht. Lange Jahre wirkte er als Rektor und geistlicher Begleiter des Matthias-Ehrenfried-Hauses. Zuletzt war er der geistliche Begleiter der ständigen Diakone.

In den zwei Jahren seiner schweren Erkrankung war es uns ein Anliegen, ihm in besonderer Weise betend nahe zu sein. Wir sind tief betroffen über den frühen Heimgang unseres priesterlichen Freundes und guten Hirten, der bei uns seinen Zelebrationsaltar hatte. Gott lohne ihm alle Zuwendung und Liebe überreich! Mit seiner Frau Barbara und ihren Kindern nehmen wir traurig Abschied von ihm. Insbesondere beten wir um viel Kraft für Barbara und die Kinder.

Gott schenke ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm!

 

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