Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Weihnachten 2009

Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!


„Allmächtiger Gott, du hast gewollt, daß dein Volk Kirche heiße, denn wir sind das Haus, in dem deine Herrlichkeit wohnt.“ „Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; denn Gott hat gesprochen: Ich will unter ihnen wohnen und mit ihnen gehen. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ (aus der Liturgie zu Kirchweihe)

Die Kirche ist der Tempel des lebendigen Gottes – Ort Seiner Gegenwart. Auch wir als Volk Gottes, sind Kirche Gottes, in dem Seine Herrlichkeit erstrahlen soll. In dieser Adventszeit bereiten wir uns wieder darauf vor, Christus in unser Herz aufzunehmen und gleich Maria in die Welt hineinzutragen. "Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du wärest ewiglich verloren." (Angelus Silesius)

Mit dem Ersten Advent starten wir, liturgisch gesehen, bereits ins neue Kirchenjahr 2010. Wir sind voller Erwartung, was auf uns zukommt.

Das Jahr 2009 war weitgehend geprägt vom Zauber der Sonnenstrahlen. Zwei Tage bevor wir in dieses Jahr eintraten, durfte unsere Sr. Teresa auf 80 Lebensjahre zurückblicken. Ihre Verwandten kamen aus diesem Anlaß aus dem Schwarzwald angereist. Wir danken Gott, daß sie uns so viele gute Dienste getan hat und noch tut.

Am 6. Januar, dem Fest der hl. Drei Könige, hatten wir wieder allen Grund zu feiern. Sr. Elija legte ihre zeitlichen Gelübde ab. Dazu wurde eine Abordnung von der Kevelaer-Bruderschaft ihrer Heimatstadt Neuss mit der Standarte geschickt. Wir verkosteten bildlich den Schutz der Gottesmutter vom Wallfahrtsort der Länderverständigung. (Für die Süddeutschen sei bemerkt: Kevelaer ist das nördliche Altötting!)

Ein weiterer Lichtblick erfüllte unser Herz: Nicole, eine junge Frau aus der Nähe von Beuron, hat sich entschlossen, mit unserer Gemeinschaft den Weg der Christusnachfolge zu gehen. Sie begann an Christi Himmelfahrt ihr Postulat, die erste Phase der Abklärungs- und Ausbildungszeit. Vielleicht hat sie ja ihr Namenspatron, der hl. Nikolaus geschickt, der u. a. unser Kirchenpatron ist.

Am 10. August durften wir unsere Sr. Bernadette (in der Klausur) zu ihrem 80. Geburtstag beglückwünschen. Wir dankten mit ihr und ihren Verwandten dem lieben Gott für das, was sie in diesen Jahren von Seiner Güte empfangen durfte. Und wir sagen auch „Vergelt’s Gott“ für all ihren Einsatz für den Konvent bis zum heutigen Tag!

Mit viel Mut hatten wir uns zu Beginn des Jahres zum Kirchenanstrich entschlossen. In der ersten Osterwoche wurden die Gerüste aufgestellt und die einzelnen Firmen legten zügig Hand an. Ende September war das schwierige Projekt bereits fertig gestellt. Domkapitular Putz zelebrierte den Dankgottesdienst mit einer hervorragenden Predigt. Unser Dank galt natürlich in erster Linie dem lieben Gott, aber dann auch den Firmen und Wohltätern. Generalvikar Dr. Hillenbrand setzte sich auch diesmal wieder tatkräftig für uns ein und gab uns Dombaumeister Stefano zur Seite. Er und Herr Pfister unterstützten uns liebevoll mit ihren Ratschlägen. Es war eine traumhafte Zusammenarbeit, die man auf unserer Internetseite verfolgen kann. Selig die Firmen, die gute Capos und Handwerker angestellt haben! Da macht das Arbeiten Spaß. Nochmals Dank an die Firmen Rügemer, Rycek, Igersheim-Heller, Eid und Göbel. Die Fenster putzte unser treuer Freund Gerd Tratt mit einigen Schwestern.

Sr. Maria mit ihren 88 Jahren interessierte sich für den Fortgang der Arbeiten und erklomm aus diesem Grund das Gerüst bis zur Dachrinne der Kirche. So etwas nennt sich „geübt“! Einige Schwestern standen unterdessen klopfenden Herzens unten und beteten zum Schutzengel.

Ohne unsere treuen Wohltäter hätten wir das Projekt gar nicht in Angriff nehmen können. Unser ständiger Helfer in allen Nöten, der hl. Vater Josef, führte die Schar der Wohltäter an. Er fand liebenswürdige Menschen aus allen Volksschichten, arm und reich, fromm und nicht fromm, politisch bunt gemischt. Kulturell: die unterfränkische Kulturstiftung und die Denkmalschutzbehörde Unterfranken sowie München; ökumenisch: Katholisch die Diözese, evangelisch die „Gemeinnützige Stiftung Würth“, orthodox die Priester der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland. Nochmals „Vergelt’s Gott“ für jede Art der wohlwollenden Zuwendung! Wir freuen uns, wenn „unsere Firmen“ bei der wohltätigen Firma Würth einkaufen.

Wir sehen es als Fügung des Himmels an, daß wir während der Renovierungsarbeiten ein Dokument mit dem Datum des ursprünglichen Weihetages der Kirche gefunden haben. Mit Generalvikar Dr. Hillenbrand feierten wir im November zum letzten Mal das Kirchweihfest mit den Kirchen, deren Weihetag nicht bekannt ist, und verdichteten unseren Dank an Gott für allen Einsatz, der uns durch Herrn Generalvikar zuteil wurde.

Als sich bei der Renovierung im Kirchenpfeiler ein Stein löste, nahmen wir die Gelegenheit wahr, hinter diesem Stein ein Dokument einzumauern, das unseren Dank und unser betendes Gedenken an die Wohltäter zum Ausdruck bringt.

Viele treue Priester schenkten uns Ansporn für unser geistliches Leben. Unsere Exerzitien begleitete der Prior der Benediktinerabtei Maria Laach, P. Petrus OSB. Er hat uns Passagen aus dem Alten Testament nahegebracht. Es ist schön, in einer gläubigen Gemeinschaft unserer ewigen Bestimmung entgegenzugehen. Dieses Ziel ist die Liebe. Wir Schwestern wollen versuchen, als Dienerinnen des Volkes Gottes uns ganz einzubringen in fürbittendem Gebet und Opfer zur Ehre Gottes. Leider konnte P. Stephan aus Beuron in diesem Jahr nicht kommen. Wir hoffen sehr, daß es im kommenden Jahr klappt. Während der Woche betreuen uns nach wie vor unser Hausgeistlicher StD Heilmann, Dr. Schenk und Pfr. Nölle, der seit 1. Oktober nun offiziell stellvertretender Hausgeistlicher ist. Leider ist unser treuer Beichtvater, P. Gerhard OSA, in die himmlische Heimat abgerufen worden. Ihm verdanken wir sehr, sehr viel und trauern ihm nach. Gott hat uns in Pfr. Seufert einen guten Nachfolger geschenkt. Mit Pfr. Nölle, Dr. Schenk und Prälat Hohmann im Wechsel hält er uns auch oft sonntags den Gottesdienst. Ein intensives geistliches Leben bedarf gründlicher Pflege. Wenn es nicht „geölt“ wird, erlahmt es und verliert seine Strahlkraft. Als kontemplative Gemeinschaft sind wir für Sie alle da und freuen uns, wenn Sie Ihre Gebetsanliegen zu uns tragen. Das macht Gemeinschaft und Freundschaft aus. Wir wollen von Herzen Ihre Freuden und Sorgen vor den Herrn tragen. Am 10. November besuchten uns die Würzburger und Bamberger Seminaristen, die wir schon lange mit unserem Gebet begleiten. Nach der Messe, die wir miteinander feierten, wollten sie etwas von unserem klösterlichen Alltag erfahren.

Ein kurzer Ausblick auf das kommende Jahr: Am 6. Januar 2010 feiert Sr. Teresa ihr goldenes Profeßjubiläum. Viele Priester kennen sie durch die Paramentenwerkstatt. Sr. Regina wird am 23. Januar 80 Jahre und unsere Pfortenschwester Bernadette darf sich am 2. Februar über 50 Jahre Profeß freuen. Am 20. März gedenken wir in einem Dankgottesdienst des 10. Jahrestages der Stiftung, die Herr Konrektor Cersowsky für unser Kloster ins Leben gerufen hat.

Sie sehen, das Jahr 2010 feiert sich tüchtig ein. Wir sind froh darüber, weil der Alltag zweifellos kommt, damit wir geprüft werden wie Gold im Feuerofen. Nonnen sind ja keine „Privilegierten“ auf dem Weg zum Himmel. Im Hebräerbrief heißt es: „Laßt uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken!“ Durch die Vorträge von Pfr. Nölle und P. Martin OSB von Münsterschwarzach werden wir im Kampf unterwiesen. Möge Gott es fügen, daß wir unser Ziel alle erreichen.

Unser Dank geht auch an die treuen Menschen, die uns gesundheitlich begleiten und Tipps geben: den wohlwollenden Ärzten, besonders den Hausärzten Dres. Bußmann-Jachimczak, der Krankenschwester Frau Matauschek und Frau Demant. Besonderen Dank gebührt Prof. Dr. med. Bauer, der in einer ausweglos scheinenden gesundheitlichen Situation Hoffnung vermitteln konnte!

Was haben wir für das nächste Jahr geplant? Die Fliesen im Bad (wir berichteten im letzen Brief) bewegen sich dramatisch auf die Mitte des Raumes zu – an einer Stelle sind es bereits 4 cm! Wir hoffen aber sehr, daß sie noch einige Monate halten, da unsere Kasse wegen der Kirchenrenovierung noch leer ist.

Von Herzen wünschen und erbitten wir Ihnen allen, die sich bekannter oder unbekannter Weise hinter dem „Stein der Wohltäter“ verbergen, ein gnadenreiches Weihnachtsfest und Jesu liebendes Geleit durch das Jahr 2010.


Es grüßen Sie ganz herzlich
Ihre Karmelitinnen von Himmelspforten

 

 

 

 

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