Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Filigrane Schönheit in luftiger Höhe und ein utopischer Traum – … das präsentiert sich dem Betrachter, der mutig das Baugerüst an der Westseite unserer Klosterkirche erklommen hat.

Es ist einfach faszinierend, was Steinmetze damals und heute aus riesigen Quadern von Steinen fertigten und noch fertigen: Oben auf den beiden Giebeln stehen je drei Obelisken aus rotem Sandstein, fein behauen, die den Blick des Betrachters in die Höhe führen. Zwischen dem oberen Obelisken am Dachfirst und den unteren am Ende des Daches sind je drei große, gegenläufige Volutenpaare (Schneckenpaare), deren Oberflächen spiralförmig von Hand scharriert sind.


Auch die ehemaligen Fensteröffnungen, muschelförmige Bauelemente und andere Architekturteile aus Sandstein sind scharriert: längs und quer oder auch im Kreis. Die Obelisken sind im mittleren Teil, wo sie tiefer gesetzt sind, gespitzt und an den Seiten scharriert – wahre Kunstwerke! Der geübte Blick entdeckt dann, daß die gesamte Kirche scharriert ist: Pfeiler, Fensterbänke, das Gesims etc.


Aus der Nähe betrachtet und mit fachmännischer Erklärung gingen uns erst die Augen auf, was für ein großartiges Bauwerk wir haben! Mit welcher Hingabe und Liebe zum Detail haben die Baumeister und Handwerker in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts unsere Kirche gebaut! Und mit demselben Eifer waren die Arbeiter der Firmen, die unsere Kirche restaurierten, am Werk.


Seit Beginn der Sanierungsarbeiten am Osterdienstag ist viel geschehen, wie wir ja schon mehrmals berichteten. Nach dem Abstrahlen der Kirche durch die Firma Rügemer zeigte sich, daß die Schäden an der Bausubstanz größer waren, als ursprünglich angenommen. So zogen sich die Arbeiten in die Länge. Der Obelisk auf dem Ostgiebel mußte völlig erneuert werden, da Wasser in ihn eingedrungen war, und der Frost den Stein mehrfach gespalten hatte. Auch die Pfeiler an der Südfassade und die Fensterbänke waren in Mitleidenschaft gezogen und z. T. schon sehr abgebröckelt. Die Firma Rycek mußte viele Steine erneuern, andere schadhafte Stellen konnte sie durch Minéros ausbessern. Damit sich die neuen Steine gut in das Gesamtbild einfügten, wurden sie von Hand scharriert, was eine große Fertigkeit und viel Übung der Steinmetze verlangt. Auch die Wasserkehlen sind alle Handarbeit.


Ebenso präzise arbeitete die Firma Eid, die zum Schutz vor neuerlicher Verwitterung die Steine oben mit Kupferblech abdeckte, das so weit vorragt, daß der ablaufende Regen nicht an die Wand tropft und somit häßliche, dunkle Spuren auf dem warmen, gelblichen und historischen Grundfarbton der Kirche hinterläßt. Millimetergenau wurden die Bleche nach Aufmaß und Schablonen an den Giebeln den vorgegebenen Formen angepaßt. Die Abtropfbleche an den Fensterbänken der hohen Fenster brauchten zum Glück nur nach vorne hin verlängert werden. So konnten wir eine kostspielige und aufwendige Erneuerung umgehen.


Die Firma Rügemer ist mit den Malerarbeiten der Kirche betraut. Dort, wo die Steinmetze und Spengler ihre Arbeit beendet hatten, haben sie der Kirche mit einer speziellen Bürstentechnik schon ihr endgültiges Gesicht geben. Trotz Gerüst können wir erahnen, daß ein wahres Schmuckstück zur Ehre Gottes in einigen Wochen auf dem Terrain von Himmelspforten in neuem Glanz erstrahlen wird. Dann werden wir auch noch genauer über die Arbeiten der Firma Rügemer berichten.


Wer von unserem Garten oder auch von der Pforte aus auf den Ostgiebel schaut, entdeckt, daß da drei Nischen sind. Nur leider sind sie leer. Eine Schwester hatte bei der Betrachtung des Giebels den Traum, daß da doch vielleicht auch Figuren stehen könnten: Oben beispielsweise Jesus und unten Maria und Josef. So würde die heilige Familie auf das Kloster, das ihr geweiht ist, herabschauen. Aber dieser Traum wird wohl Utopie bleiben, da unsere kleine Gemeinschaft und wohl auch die folgenden Generationen wohl nie die finanziellen Mittel haben werden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird. So begnügen wir uns damit, ab und zu davon zu träumen und freuen uns über das wundervolle Kleinod von Kirche, das wir haben!


Allen treuen Wohltätern, die uns bisher psychisch und auch finanziell unterstützt haben und es noch immer tun, schließen wir täglich in unser Gebet ein und sagen ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ Dank der finanziellen Hilfe können wir schon einen Teil der Kosten bezahlen. Wir hoffen sehr, daß wir den Rest auch bald aufbringen werden.


Wenn auch Sie uns unterstützen möchten, sind wir Ihnen von Herzen dankbar. Gott wird es Ihnen sicher lohnen!
Karmelitinnenkloster Himmelspforten, Mainaustr. 40, 97082 Würzburg,
Dresdner Bank Würzburg, Kto. Nr. 3 008 526 (BLZ 790 800 52)

 

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