Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Erstprofeß im Karmel Himmelspforten –

Am 6. Januar feierte die Kirche das Hochfest der Heiligen Drei Könige. Die Könige kamen damals von weither, um „ihre reichen Schatzkisten vor dem armen göttlichen Kind zu öffnen“, wie Pfr. Nölle, der Hauptzelebrant an diesem Tag, in seiner hervorragenden Predigt darlegte.
Auch in unserem Karmel hatten wir an diesem Tag eine „Königin“, die von weither kam (aus Neuss im Erzbistum Köln) und Christus ihre Gaben darbrachte. Als Kind wurde sie vor 47 Jahren in der Taufe zum „Priester, Propheten und König“ gesalbt. Am Dreikönigstag verband sie sich noch inniger mit dem König des Himmels, indem sie in der zeitlichen Profeß für drei Jahre ehelose Keuschheit, Armut und Gehorsam gelobte.
Sr. Elija hatte sich während zwei Jahre (einem Jahr Postulat, in dem sie noch in Zivil mit ihrem bürgerlichen Namen in der Ordensgemeinschaft mitlebte, und in einem Jahr Noviziat, in dem sie schon mit Sr. Elija angesprochen wurde und den Habit des Karmel trug) auf diesen Tag vorbereitet. Die erste bzw. zeitliche Profeß ist „ein Schritt auf dem Weg zur Anbetung“, wie Pfr. Nölle in seiner Predigt weiter auslegte. Die Weisen haben auf ihrem Weg zur Krippe wohl ebenfalls nach dem Geist der Gelübde gelebt: Auf der beschwerlichen, lange Reise werden sie wohl „keine Zeit für eine Familie oder für eine Freundin gehabt haben“. Auch mußten sie sich auf dem Weg einigen – sich „gehorsam in eine Gemeinschaft“ einfügen. Den „Reichtum“, den sie auf ihrer Reise dabei hatten, hatten sie nicht für sich, sondern „wollten ihn gerade hergeben für den neuen König, für Gott, für das Kind“.
„Zu diesem Weg der Weisen“ hat Sr. Elija am 6. Januar „ein deutliches ‚JA’“ gesagt. In der Liturgie der Profeßfeier wird deutlich, daß man die Gemeinschaft des Karmels nicht erzwingen kann, sondern darum bitten muß. Es ist „eine Gnade, Ausdruck der ungeschuldeten Barmherzigkeit Gottes, in der Gemeinschaft der Schwestern zu leben“, erläuterte Pfr. Nölle weiter.
Zum Schluß verwies er noch auf den „liturgischen Ort unserer Anbetung“. Es ist nicht mehr der „Stall“ vom Bethlehem, sondern „diese Kirche, der Altar“, der letztendlich Christus selber symbolisiert. Daher wurde nach der Profeßablegung die Profeßurkunde auch auf den Altar gelegt. „Die Kirche nimmt diese Gelübde an. Und wir alle“, die wir zum Gottesdienst versammelt waren, standen „stellvertretend für die ganze Kirche Gottes“. „Vom Altar aus“ wurde dann „die Ordenregel an Sr. Elija überreicht“ „Im Namen der Kirche“ ist dies die „Aufgabe des Priesters“. Dadurch wird deutlich, daß die Kirche den Weg von Sr. Elija angenommen hat. Sie ist nicht einfach aus privater Frömmigkeit im Karmel, sondern hat einen Auftrag im Orden, in der Diözese, in der gesamten Weltkirche. Und diese Kirche geht auch den Weg, den sie zu schätzen weiß, mit Sr. Elija mit – in guten und in schlechten Tagen.

In exzellenter Weise hatte Pfr. Nölle in seiner Predigt die Verbindungslinien gezogen vom Hochfest der Heiligen Drei Könige zur Erstprofeß von Sr. Elija.

Nach dem Festamt konnten die Gäste Sr. Elija beglückwünschen.
Einer der Gäste hatte zur großen Freude von Sr. Elija die Pilgerfahne der Kevelaerbruderschaft Neuss mitgebracht. So ließen wir es uns nicht nehmen, vor dieser Fahne ein „Segne du, Maria“ zu singen – es gibt in der Gemeinschaft noch mehr Schwestern, die vom Niederrhein kommen und für die der Marienwallfahrtsort Kevelaer so bedeutend ist wie Altötting für Bayern.

Wir alle waren am Abend voll Dank gegenüber Gott für dieses schöne Fest und auch für den Mut und die Entschlossenheit, mit der Sr. Elija ihren Weg geht.
Mögen sich noch mehr junge Menschen wie die Weisen auf den Weg machen, dem Stern folgen, anbetend vor dem göttlichen Kind niederknien und ihm die kostbare Gabe der Lebenshingabe darbringen.

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