Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Was sich nach familiärer Urlaubsidylle am Strand anhört, war in diesen Tagen für uns Schwestern harte Arbeit und ein Beitrag zur Senkung der Sanierungskosten.

Im Mai machte uns ein verstopfter Abfluß einer Regenrinne im Pfortenbereich große Sorgen. In den folgenden Wochen zeigte sich, daß diese Sorgen nicht unbegründet waren. Die Firmengruppe Göbel und die Kanalreinigungsfirma Trapp brachten ans Licht, was im Inneren der Erde verborgen war: verstopfte Abfallrohre. Uns schwindelte, als wir hörten, was die einzelnen Projekte grob kosten könnten. Das würde unsere derzeitigen finanziellen Ressourcen weit übersteigen.

Als erstes versuchte die Firma Trapp die Rohre durchzuspülen, mit einer Spezialkamera den Zustand genau zu betrachten und das verstopfte Rohr im Keller auszufräsen. Da das Rohr schon ganz morsch war, brach es beim ersten Versuch. Wegen baulicher Hindernisse mußten wir für das neue Rohr einen neuen Weg durch den Kellergang bahnen. Die Firma Göbel war so freundlich, uns als „Hilfskräfte“ in die Arbeiten einzubeziehen, damit wir die Kosten ein wenig eindämmen konnten.

So legten wir Schwestern eigenhändig einen Graben von ca. 17 m Länge und bis zu 60 cm Tiefe frei. Nachdem am folgenden Tag das neue Rohr verlegt war, füllten wir alles mit Sand wieder auf. Eine wahre Blitzaktion! Hinter unseremem Haus wurde das neue Rohr in ca. 1,70 m Tiefe an den Hauptkanal angeschlossen.

Nach der schweren Arbeit des ersten Tages war es eine Freude, daß der Vorarbeiter uns sogar ins Bagger-Fahren einwies, sodaß wir die schweren Fundamentbrocken selber ans Ende des Gartens zum Container fahren durften. Zum Abschluß der Aktion fuhren wir noch zusammengerechnet ca. 4 qm Split bzw. Beton vom Pfortenhof bis in den Keller und verlegten die Verbundsteine neu. Insgesamt war die gemeinsame Arbeit ein ganz tolles Miteinander.

Zu Beginn der ganzen Bauaktion hatten die Arbeiter im Pfortenbereich schon einen neuen Einstieg in den Hauptkanal gebaut, da der alte sehr eng und verwinkelt und ein Arbeiten kaum möglich war.

Solche und ähnliche Bauaktionen, die in den letzten Jahren immer wieder vorkamen, ließen bei den jüngeren Schwestern die Liebe und Hochachtung zu den älteren (z. T. schon verstorbenen) Schwestern noch mehr wachsen, die nach dem Krieg bis Anfang der 80er Jahre(!) Kloster und Kirche mit einem immensen Maß an Eigenleistung wieder aufgebaut haben – und das nicht nur einige Tage, sondern Wochen, Monate und Jahre hindurch. Dieser selbstlose Einsatz ist für die Jüngeren ein großartiges Zeugnis und Ansporn, die Kräfte dort einzusetzen, wo sie gerade gebraucht werden.

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