Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Christus will ich erkennen
und die Macht Seiner Auferstehung
und die Gemeinschaft mit Seinen Leiden;
Sein Tod soll mich prägen.
(Phil 3, 10) (ihr Professspruch)

 Sr. Mirjam von der Menschwerdung
(Claudia Gosepath)

geboren am 11.05.1971
Profess gemacht am 19.03.1995
gestorben am 04.09.2017

 

Voller Schmerz, aber unendlich dankbar für ihr Lebenszeugnis und für alles, was sie für unseren Konvent und für Kirche und Welt getan, gebetet und geopfert hat, nehmen wir Abschied von unserer lieben Priorin Sr. Mirjam. Nach einer langen, schweren Leidenszeit, die sie still und ohne zu klagen ertragen hat, darf sie nun das Angesicht des Herrn schauen. 

Am 11. Mai 1971 in Dortmund geboren, durfte Claudia mit ihrem älteren Bruder eine kurze Zeit familiären Glücks erleben. Schon im Alter von fünf Jahren empfing sie – vorbereitet durch ihre Mutter – die Erstkommunion. Dass der Auferstehung die leidvolle Erfahrung des Todes vorausgeht, musste Claudia schon bald erfahren. Im Alter von 13 Jahren verlor sie ihren Vater und vier Monate später starb auch die Mutter nach langer, schwerer Krankheit. Bedingt durch die Pflegebedürftigkeit der Mutter mussten sie zuvor nach Haßfurt zur Oma umziehen. Nach dem Tod der Mutter blieb sie dort und machte 1990 ihr Abitur. Während des anschließenden Medizinstudiums in Würzburg machte sie mit ihrer Schulfreundin eine abenteuerliche Fahrradwallfahrt nach Lourdes, durch die das Leben beider eine unerwartete Wendung nahm. Sie traten nach dieser Pilgerfahrt kurz hintereinander bei uns ein. Ein Jahr später, am 25. März 1994, erhielt sie beim Noviziatsbeginn den Namen Sr. Mirjam von der Menschwerdung.

Von Anfang an zeichnete sie sich durch ihre Hilfsbereitschaft, ihren Fleiß und ihre Zuverlässigkeit bei den ihr übertragenen Aufgaben aus, die sie durch ihre eifrige Betrachtung der Heiligen Schrift nährte. Am 19. März 1995 legte sie ihre zeitliche Profess ab und drei Jahre später, am 7. März weihte sie ihr Leben in der feierlichen Profess für immer dem Herrn.

Bescheiden, still und verborgen hat sie sich im Laufe der Zeit in alle Arbeitsbereiche des Konventlebens eingebracht. Längere Zeit war sie in der Paramentik und in der Sakristei tätig, und hat seit 2001 mit großer Hingabe und Opferbereitschaft unsere kranken Mitschwestern gepflegt. Zudem brachte sie sich mit vollem Einsatz in der Ausbildung unseres Nachwuchses ein und übernahm nach und nach die Büroarbeiten von Sr. Maria.

Geistlich stand sie Therese von Lisieux besonders nahe, was auch in ihrem Alltag sichtbar wurde.

2006 wurde sie von uns Schwestern in den Konventrat, und 2011 zur Subpriorin gewählt. Zwei Jahre später wurde bei ihr eine schwere Krebserkrankung festgestellt. Mit derselben Hingabe, die sie ihr Leben lang geübt hatte, umfing sie nun die Leiden, die die Krankheit mit sich brachte. Was sie bei der Wahl ihres Professspruches sicher noch nicht ahnen konnte, wurde nun lebendig und aktuell. Als sie 2014 wieder bei Kräften war, wurde sie am 22. Juli zur Priorin gewählt. In mütterlicher Weise füllte sie dieses Amt aus. Immer war sie für die Schwestern da, und keine Zeit war ungelegen. Anfang September 2015 brach die Krankheit erneut aus, was sie nicht daran hinderte, sich weiterhin hingebungsvoll für unsere Gemeinschaft einzusetzen. Im Oktober 2016 begann sich ihr Zustand zu verschlechtern und ab Juni 2017 litt sie bis die richtige Schmerztherapie gefunden war, an starken Schmerzen, über die sie nie klagte. Durch den ambulanten Palliativdienst war es möglich, dass sie in unserer Gemeinschaft bleiben konnte. Trotz ihres schweren Leidens, hat sie das Leben bis zum Ende als lebenswert empfunden, ein schönes Zeugnis für unsere Zeit. Am 4. September war erkennbar, dass sie sich auf ihre letzte Reise gemacht hat. Gestärkt mit der Krankensalbung und begleitet vom Rosenkrangebet gab sie im Kreis ihrer Mitschwestern ihr Leben zurück in die Hände ihres Schöpfers.

Wir bitten Sie herzlich um das Gebet für unsere Sr. Mirjam und die Priester um ein Memento am Altar!

Subpriorin und Konvent der Karmelitinnen von Himmelspforten

Das Requiem und die anschließende Beisetzung in unserer Klostergruft sind am 8. September 2017 um 14.00 Uhr. Anschließend sind alle Gottesdienstteilnehmer zu einem Imbiss eingeladen.

Priester, die konzelebrieren möchten, werden gebeten, Albe und violette Stola mitzubringen!

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