Karmelitinnenkloster Himmelspforten

„Gott ist so groß, dass Er es wohl wert ist,
Ihm ein Leben lang zu dienen.“
(Teresa von Avila)

Sr. Maria von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit
(Maria Pabst)

 geboren am 14.12.1920
heilige Profess am 15.10.1947
heimgegangen zu Gott am 06.02.2015

Traurig, aber unendlich dankbar für ihr Lebenszeugnis und alles, was sie in ihrem langen Leben für unseren Konvent, aber auch für Kirche und Welt gebetet, geopfert und tatkräftig gewirkt hat, nehmen wir Abschied von unserer langjährigen Priorin Sr. Maria. Sie hat unseren Konvent in all den Jahren nachhaltig geprägt und wir hoffen, jetzt in ihr eine große Fürsprecherin beim Herrn zu haben.

Am Herz-Jesu-Freitag, den 06.02.2015 um 07:00 Uhr war für Sr. Maria der Zeitpunkt gekommen, den Herrn, dem Sie ihr Leben lang treu gedient und auf seinen Spuren nachgefolgt ist, von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Sie wollte trotz zunehmender Schwäche noch an der Morgenmesse teilnehmen, aber der Herr wollte ihr auf andere Weise begegnen.

Sr. Maria erblickte am 14.12.1920 zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Martin hier in Würzburg das Licht der Welt. Mit ihren beiden weiteren Geschwistern, Anni (älter) und El­friede, 14 Jahre jünger, wuchs sie als Kind eines Bahnarbeiters in einem christlichen Elternhaus auf. Von Kind an war sie bei der Schönstattbewegung aktiv und ließ sich davon auch durch das Naziregime nicht abbringen. Vor ihrem Eintritt arbeitete sie bei der Wachszieherei Schenk als Prokuristin und durfte dabei auch schon mal die entflogenen Bienenstämme des Firmeninhabers einfangen.

Am 25. März 1946 trat sie hier in unser Kloster ein, da es auf Grund des Krieges früher nicht möglich war. Am 15.10.1947, dem Hochfest unserer hl. Mutter Teresa von Avila, deren 500. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, legte sie ihre erste Profess ab. Im Kloster setzte sie sich unermüdlich für unseren Konvent ein. Beim Wiederaufbau und bei der Kirchenrenovierung war ihr keine Arbeit zu schwer oder zu gefährlich. Handwerklich begabt, kannte sie sich im Laufe der Zeit mit allen Arten von Baumaßnahmen aus, was ihr später als Priorin immer wieder zugute kam. Wenn die anderen Schwestern nach getanem Tageswerk sich zur Ruhe begaben, widmete sie sich unermüdlich dem Schriftverkehr und der Büroarbeit. Ihre vielen Tätigkeiten verband sie stets mit einer tiefen Gottverbundenheit. 1980 wurde sie zur Priorin gewählt und übte dieses Amt mit einer Unterbrechung von drei Jahren bis 2006 aus. Hier war sie stets um das Wohl ihrer Mitschwestern besorgt und war ganz nach dem Wunsche der heiligen Teresa mehr Mutter als Priorin, ausgestattet mit einem großen Herzen für ihre Mitschwestern und alle Menschen. Durch einen schwerer Lungenabszess wurde 2011 ihr Einsatz für Kloster, Kirche, Welt und alle, die sich mit ihren Anliegen an uns wandten, auf eine andere Ebene gehoben: jetzt standen noch mehr das Gebet und das Annehmen der eigenen Grenzen im Mittelpunkt ihrer Hingabe. Bis zuletzt war sie an allem interessiert, was unseren Konvent, aber auch das Weltgeschehen betraf, und legte großen Wert darauf, am Leben und den Gebeten der Gemeinschaft teilzunehmen. Die letzten Wochen wurde sie zusehends schwächer, aber ihr Tod kam dann dennoch plötzlich.

Wir danken unserer lieben Mitschwester für alles, was sie für uns getan hat, und hoffen, dass der Herr sie aufnehme in sein Reich und sie teilhaben lasse an seiner Herrlichkeit.

Wir bitten um Ihr Gebetsgedenken für unsere Sr. Maria. Das Requiem und die anschließende Beisetzung in unserer Gruft sind am Donnerstag, den 12.02.2015 um 09.30 Uhr.

Priorin und Konvent
der Karmelitinnen Himmelspforten, Würzburg

 

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