Karmelitinnenkloster Himmelspforten

 

 

Ich bin mit Christus gekreuzigt worden;
nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
(Gal 2, 19b-20a)


Sr. M. Petra von Christus, dem Haupt der Kirche
(Josefine Peschers)


geboren 02.04.1944
Profeß 17.09.1970
gestorben 07.01.2012

 

  

Dieses Wort des heiligen Apostels Paulus hat sich in den Monaten und Jahren der schweren Krankheit an Sr. Petra vollzogen. Von Monat zu Monat und von Tag zu Tag wurde sie schwächer und damit gleichzeitig durchlässig und transparent für Gott, dessen „Kraft sich in der Schwachheit erweist“ (vgl. 2 Kor 12, 9). Als Karmelitin hat sie ihr ganzes Leben für Gott eingesetzt: In nahezu 40 Jahren in einer ungeheueren Schaffenskraft für den Konvent in Düren, in dem sie gut 14 Jahre lebte, und für unseren Konvent, in dem sie fast auf den Tag genau 28 Jahre verbrachte. Die letzten 2 ½ Jahre wurde ihre Hingabe gekrönt durch die Passion, die sie in Vereinigung mit Jesus durchlitt. „Gebet und Opfer“ versprach sie jedem, der sie und den Konvent um ein Gedenken bei Gott anhielt – und das lebte sie auch!

Als jüngstes von neun Kindern wuchs sie geborgen in einer lebendigen, gläubigen Familie auf. Die Liebe zur Natur, den Tieren und Pflanzen war ihr zu eigen. In ihr erkannte sie den Schöpfer der Welt, wie Paulus den Römern schreibt: „Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen“ (Röm 1, 20). Wie die Sterndeuter war auch sie lange auf dem Weg zu Jesus unterwegs. Zuerst fühlte sie sich als Menzinger Kreuzschwester zu einem Leben in der Mission berufen. Afrika war ihr Ziel! Dann aber entdeckte sie das universale Wirkungsfeld des kontemplativen Lebens, das vor keinen Landesgrenzen und Kontinenten Halt macht. Nach dem Eintritt in den Karmel in Essen wechselte sie während des Noviziates in den Dürener Karmel, in dem sie am 17.09.1970 ihre erste Profeß ablegte. Hier arbeitete sie in der Buchbinderei, im Haus und im Garten. Am 5. Januar 1984 führte der Stern sie zu uns nach Himmelspforten. War es Zufall, dass beide Karmelklöster die Heilige Familie als Patrozinium haben? Mehr als 2 Jahrzehnte führte sie bei uns mit ihrem großem Einfühlungsvermögen und ihrem weiten Herzen als Novizenmeisterin die jungen Schwestern in das Leben und die Spiritualität des Karmel ein. Dazu gehörte in erster Linie das Vorbild ihres eigenen Lebens: Für keine Arbeit war sie sich zu schade, und keine Tages- oder Nachtstunde war ungelegen, wenn jemand ihre Hilfe brauchte. Sie war ein wahres Energiebündel – mit klaren Vorstellungen! Das Gebet war ihr Leben und ihr Leben war ein Gebet. Im Januar 2006 wählten wir sie zur Priorin und hätten es sicher wieder getan, wenn nicht Gott andere Pläne mir ihr gehabt hätte. So verzichtete sie – von der Krankheit gezeichnet – am 1. August 2011 auf ihr Amt. Wie die kleine, heilige Theresia von Lisieux, die sie sehr verehrte, schenkte sie Gott alles, was sie noch besaß: ihr Leben und ihr Leiden. Am Morgen des 7. Januar kehrte sie um 7.00 Uhr in der Frühe, vom „Engel des Herrn“ begleitet, „heim in ihr Land“ (Mt 2, 12). Wer Gott begegnet ist, kann nicht mehr die alten Wege gehen. Er geht die neuen Wege, die Wege der Freiheit - geradewegs in das Licht des Herrn. Dass Sr. Petra uns allen hilft, Gott zu begegnen und diese neuen Wege zu gehen, darauf vertrauen wir ganz fest!

„Danke“ sagen wir ihr, „danke“ und nochmals „danke“! Sr. Petra hat uns und vielen Freunden und Besuchern unseres Karmels so viel gegeben! Möge Gott ihr alles überreich vergelten! Unser letzter Wunsch für sie ist, dass sie „IHM nun noch ähnlicher geworden ist und IHN sehen darf, wie ER ist“ (vgl. 1 Joh 3,2b)!

Wir bitten Sie herzlich um das Gebet für unsere Sr. Petra und die Priester um ein Memento am Altar!

Das Requiem und die anschließende Beisetzung in unserer Klostergruft sind am 11. Januar 2012 um 11.00 Uhr.

Ihre Karmelitinnen von Himmelspforten

 

 

 

P. S. Sicher ist es im Sinne von Sr. Petra, an dieser Stelle den Ärzten und Schwestern vom „ambulanten Palliativdienst des Juliusspitals“ in Würzburg ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ zu sagen für die hervorragende medizinische und menschliche Begleitung im letzten Jahr von Sr. Petras schwerer Krankheit! Durch sie haben wir alle viel Stärkung und Hilfe erfahren! Auch den Ärzten und Schwestern der „Palliativstation 2“, auf der Sr. Petra die letzten beiden Tage verbrachte, sagen wir von Herzen Dank! Besonders in der Not tut es gut, solche Anlaufstellen zu haben, die mehr schenken als fachliche Kompetenz!

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