Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Am 2. Sonntag im November, den 08.11.2009, feierten wir unser Kirchweihfest. Es war dies das letzte Mal, daß wir es im November feiern, da wir im Laufe des Sommers in einer alten Klosterchronik das Datum entdeckt haben, an dem die Kirche zum ersten Mal geweiht wurde: 26. April 1276. Daß wir diesen Fund mitten in der zweiten Phase der Kirchensanierung gemacht haben, freut uns sehr und ist für uns ein liebevolles Zeichen Gottes, der so zu den vielen Gnadenerweisen während der Sanierungen sozusagen noch das Tüpfelchen auf das "i" setzte.

Herr Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand hatte die beiden Renovierungsmaßnahmen mit viel Liebe und Feingefühl begleitet und uns auf verschiedene Weise unterstützt. So war es uns und ihm ein inneres Anliegen, dieses Kirchweihfest miteinander zu feiern und Gott zu danken.

In seiner Predigt lud er uns zur Standortbestimmung ein. Das Wort "Kirche" habe verschiedenen Bedeutungen:

Gotteshaus - Gottesdienst - Gottesvolk.

 

Das Gotteshaus, soll die Gegenwart Gottes offenbaren. Renovierungen, Erneuerungen  und Umgestaltungen sind kein Selbstzweck, sondern haben immer dies zum Ziel. Bernhard von Clairvaux, der Gründer der Zisterzienser schrieb: "Das Maß, Gott zu lieben, ist ihn ohne Maß zu lieben."
Der Gottesdienst, ist in erster Linie Dienst Gottes an uns und nicht Menschenwerk. In den liturgischen Feiern erleben wir immer wieder Gottes Heilshandeln an uns. Er zitierte unseren Ordenvater Johannes vom Kreuz, der in einem Brief schrieb: "Gottesdienst kann nur feiern, wer in Gott verliebt ist."
Das Gottesvolk, ist auch die Karmelgemeinschaft, die hier täglich Gottesdienst feiert. Das kontemplative Leben ist nicht Rückzug aus der Welt, sondern Aufbruch, ein Sich-Aufbrechen-Lassen von Gott, ein Offen-Sein für die Nöte der Welt. So hat unsere Ordensmutter Teresa von Avila uns im 16. Jahrhundert schon ins Stammbuch geschrieben: "Die Welt steht in Flammen!"
Im Namen des Ordinariats und der ganzen Diözese dankte er abschließend für unseren stillen, betenden Dienst.

Am Schluß der Eucharistiefeier übergab Pfarrer Ulrich Nölle ihm eine kleine, persönliche Dankesurkunde von uns Schwestern als Ausdruck unserer herzlichen Dankbarkeit.

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