Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Am Rosenkranzfest, dem 7. Oktober 2017 gelobte unsere Sr. Andrea Maria vom Heiligsten Antlitz Armut, Keuschheit und Gehorsam in die Hände unserer Priorin Sr. M. Johanna von den Wunden Jesu.

Zwei Jahre hat sie als Postulantin, bzw. als Novizin unser kontemplatives Leben und unsere Gemeinschaft mit vielen Höhen und Tiefen kennengelernt und Freud und Leid mit uns geteilt. Nun hat sie in der zeitlichen Profess ihr Leben für drei Jahre Gott in den evangelischen Räten geweiht und sich damit an unsere kleine Schwesterngemeinschaft in Himmelspforten gebunden.

Provinzialminister Br. Bernhardin Seither OFMCov hielt den Festgottesdienst. „Auf den Punkt gebracht“, so begann er seine Predigt, „das ist für dich die heutige Lesung (1 Joh 4, 7-16), die du dir für deinen Festtag ausgesucht hast. Hier entdeckst du etwas, was dir sehr wichtig ist.“ Bei dieser Essenz, so Br. Bernhardin weiter, geht es um die Liebe, um das, worum es in unserer Berufung und worum es Jesus geht. Es sei die Rede davon, dass Gott den Menschen liebt und dass der Mensch Gott liebt und der Mensch den Menschen – „ein wechselseitiges Bild“. Wer Gott liebt, orientiere sich immer wieder an Christus und an der frohen Botschaft. Die Liebe ausstrahlen, sei unsere Aufgabe. Und das war auch sein Wunsch für Sr. Andrea, dass sie immer wieder die Liebe ausstrahlen kann, auch in der Routine des Alltags. Zum Schluss zitierte er noch das Wort der hl. Theresia von Lisieux: „Inmitten der Kirche, die meine Mutter ist, werde ich die Liebe sein, so werde ich alles sein.“

Nach der Predigt fragte er Sr. Andrea nach ihrer Bereitschaft, in unserer Gemeinschaft noch enger mit Gott verbunden zu werden, Jesus Christus auf dem Weg der evangelischen Räte zu folgen und Gott in Einsamkeit und immerwährendem Gebet für die Kirche geweiht zu werden. Sie antwortete jeweils mit einem gut vernehmbaren und freudigen: „Ich bin bereit!“ Dann weihte Br. Bernhardin das Professkreuz, das Sr. Andrea anschließend bei der Gelübdeablegung in Händen hielt. Nach der Profess nahm Br. Bernhardin die Professurkunde entgegen und legte sie als Zeichen ihrer Ganzhingabe auf den Altar. Hierauf überreichte er Sr. Andrea unsere Ordensregel. Zur Gabenbereitung übergab Sr. Andrea Maria dem Zelebranten die Hostienschale, und die festliche Eucharistiefeier wurde fortgeführt.

Zur Feier des Tages trug eine Schwester am Abend ein Gedicht vor „Ich hab mein Herz in Würzburg verloren“ – in Anlehnung an den Titel des Liedes: „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“:

Ich hab mein Herz in Würzburg verloren

„Was bewog wohl die junge Dame aus dem schönen Schwaben
auszuwandern ins unbekannte Unterfranken?“,
fragt sich gar mancher befremdet in seinen Gedanken.
Ach, sie hat wohl in Herz in Würzburg verloren
und zwar hinter des Karmels verschossenen Toren.

Ja, Ihm zu leben, zu dienen, im Herzen eine Wohnung zu bereiten,
der uns schon geliebt und erwählt vor allen Zeiten,
das mag wohl ein Leben zu erfüllen
und den unstillbaren Durst nach Leben zu stillen. 

Manches wird anders kommen als du geplant und gedacht,
aber haben wir Ihm nicht einen Blanco-Scheck dargebracht?

Doch unser Herr, Er enttäuschet nicht,
Er hält, was Er verspricht.
Drum sag es mit Zuversicht:
Ich hab mein Herz in Würzburg verloren,
hinter des Karmels verschlossenen Toren,
an Ihn, den Herrn aller Welten, der mich zu seiner Braut erkoren!

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