Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Ja, ich komme.
Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag ich im Herzen.
(Ps 40, 8f)

Heute, am 10. Mai 2016, durfte unsere liebe Sr. M. Ber­na­dette von der Mutter Gottes (Margarete Eich­fel­der) nach langer, intensiver Zeit der Vorbereitung ihrem Schöpfer und Erlöser begegnen und wir hoffen mit ihr, dass sie IHN nun auf ewig von Angesicht zu Angesicht schau­en darf.

Sr. M. Bernadette wurde am 10.08.1929 als drittes und jüngs­tes Kind des Gärtnerehepaars Anna und Christian Eich­fel­der in Bamberg geboren. In schwerer Kriegszeit auf­ge­wach­sen, lern­te sie schon früh in der elterlichen Gärtnerei mit an­zu­packen. Nach Kriegsende begann Sr. Bernadette eine Schnei­derlehre und brachte es auf Grund ihrer Ge­wissen­haf­tig­keit und Genauigkeit zu ausge­zeich­neten Nähkünsten, wel­­che sie später im Kloster gut ein­setzen konnte. Zahlreiche Messgewänder, Alben, aber auch in gleicher Weise viele Habite und Schürzen können davon Zeugnis geben.

Im Alter von 30 Jahren - nach der Teilnahme an einer Wallfahrt nach Lourdes und Nevers zu ihrer späteren Namenspatronin, trat Margarete Eichfelder am 23. Juli 1960, dem Fest Maria, Mittlerin aller Gnaden, bei uns in den Karmel ein. So stand ihr Ordensleben von Anfang an unter dem besonderen Schutz der Muttergottes, welche ihr zeitlebens Vorbild, Mutter und Fürsprecherin war, und die sie in besonderer Weise verehrte. Das Ordensgewand empfing Sr. M. Bernadette am 12. März 1961, dem Sonntag Laetare. Am 25. März 1962, dem Fest der Verkündigung des Herrn, durfte die eifrige Novizin ihre zeitliche Profess ablegen, wieder an einem Fest der Muttergottes. Die feierlichen Gelübde folgten am 25. März 1965.

Sr. Bernadette war unermüdlich in ihrem Einsatz überall, wo es nötig war. Sei es beim Wiederaufbau, im Garten, in der Küche oder auch beim Nähen, nie war ihr die Arbeit zu viel und alles wurde mit gleich großer Liebe und Sorgfalt im Dienst des Herrn vollbracht. Unsere treuen Haushelfer trauern auch heute noch den Zeiten nach, in denen Sr. Bernadette ihnen die Brotzeit sogar bis unters Kirchendach nachgetragen hat.

In ihrem geistlichen Leben war sie ebenfalls um äußerste Treue, Pflichterfüllung und Hingabe bemüht, außerdem war sie eine eifrige Beterin für Kirche und Welt.

In den letzten Jahren als ihre körperlichen Kräfte nachließen und ein Herzleiden ihren Aktionsradius immer mehr einschränkte, war sie, solange es irgendwie ging, bemüht, niemanden zur Last zu fallen und versorgte sich mit äußerstem Kraftaufwand selbst. Nach einer Leistenbruchoperation im November 2015 war Sr. M. Bernadette dann doch auf Hilfe angewiesen und wir waren alle tief beeindruckt, wie sie mit dieser neuen Situation umging. Sie gab uns ein großes Vorbild an Geduld und Liebenswürdigkeit, verlor dabei aber nicht ihren hintersinnigen Humor. Wir haben in diesem halben Jahr viel an ihrem Bett gelacht.

Mit der ersten Vesper von Christi Himmelfahrt kündigte sich ein erneuter Darmverschluss an, an dessen Folgen sie dann am 10. Mai auf der Intensivstation des Juliusspitals im Beisein einer Mitschwester verstarb. „Vater, die Stunde ist da“, so begann das Tagesevangelium am Todestag, und so ist jetzt auch für unsere liebe Sr. M. Bernadette die Stunde gekommen ins himmlische Vaterhaus heimzukehren. Diesem Augenblick ging sie wachenden Herzens entgegen. Wir sind dankbar für das Beispiel ihrer Treue und Hingabe. Der Herr möge ihr alles lohnen, was sie für unsere Gemeinschaft und für die ganze Kirche gearbeitet, gebetet und geopfert hat.

Wir bitten um ein Gebetsgedenken für unsere liebe Sr. M. Bernadette. Das Requiem und die anschließende Beisetzung in unserer Klostergruft sind am Samstag, den 14.05.2016 um 10.00 Uhr.

 

Priorin und Konvent

der Karmelitinnen von Himmelspforten

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