Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Diese Tage sind in unserer Gemeinschaft ganz von der Freude über eine junge Neuprofesse geprägt.

Am Erntedanksonntag, den 4. Oktober 2020, brachte Sr. Andrea Maria vom Heiligsten Antlitz dem Herrn der Ernte ihre kostbarste Gabe dar: Die Ganzhingabe ihres Lebens in der Feierlichen Profess. Diese legte sie während eines festlichen Gottesdienstes in die Hände unserer Priorin Sr. M. Johanna von den Wunden Jesu ab und wurde dadurch für immer ganz in unsere Gemeinschaft aufgenommen.

Auf Grund der momentanen Coronalage konnte nur eine begrenzte Zahl von Familienangehörigen und Freunden den Festgottesdienst mitfeiern. Diesem stand zu unserer großen Freude unser Hochwürdigster Herr Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann als Hauptzelebrant vor. Bezugnehmend auf das Evangelium von der Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4,5-42) stellte er in seiner Predigt heraus, dass Sr. Andrea in ihrer Lebenssuche nach dem Lebendigen Wasser in unserer Ordensgemeinschaft fündig geworden ist und zukünftig Gott im Karmel dienen möchte, um auf diese Weise als Botin der Liebe Gottes zu leben und wie die Samariterin Christus als den Retter der Welt zu bezeugen.

Eine besonders eindrückliche Stelle im Professritus ist das Auf-Dem-Boden-Ausstrecken der Professkandidatin währenddessen alle Mitfeiernden in der Allerheiligenlitanei den Segen Gottes auf sie herabrufen, um sie in ihrer Ganzhingabe zu stärken. Gott liebt uns Menschen, ihn dürstet nach uns und unserer Liebe. Sr. Andrea hatte als Wahlspruch für ihr Professbildchen Jesu Bitte „Gib mir zu trinken“ (Joh 4,7) gewählt. Als Karmelitinnen versuchen wir diese Bitte Jesu zu erfüllen und seinen Durst zu stillen, unter anderem indem wir die Menschen im Herzen und im Gebet zu ihm bringen und in seine Liebe hineintragen.

Nachdem Sr. Andrea für immer ehelose Keuschheit, Armut und Gehorsam gelobt hatte, wurde die Professurkunde von unserer Neuprofesse und unserer Priorin Sr. Johanna unterzeichnet und an Bischof Friedhelm übergeben, welcher sie auf dem Altar niederlegte. Es folgte die Segnung und Übergabe des schwarzen Schleiers mit folgenden Worten: „Empfange den heiligen Schleier als Zeichen Deiner Weihe, und bewahre Christus, Deinem Bräutigam unversehrt die Treue. Du sollst wissen, dass Du ganz und gar Christus und seinem Leib, der Kirche, geweiht bist.“

Dann wurde es spannend. Sr. Andrea verschwand zum Schleierwechsel in die Sakristei und alle warteten gespannt auf ihre Rückkehr. Ein Orgelsolo der Spitzenklasse überbrückte die Wartezeit während des Schleierwechsels und sorgte für Gänsehautfeeling bei allen Mitfeiernden, als Frau Eva Dartschova (Orgel) und ihr Ehemann (Cello) das Ave Maria von Schubert zum Besten gaben. Ihnen beiden sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt für die erstklassige musikalische Untermalung des Gottesdienstes. Nach einigen Minuten kehrte Sr. Andrea mit dem schwarzen Schleier bekleidet zurück und die Eucharistiefeier ging ihrem Höhepunkt entgegen. Die Neuprofesse übergab Hostienschale, Wein und Wasser dem Zelebranten als Zeichen ihres Lebensopfers, das ebenso wie Brot und Wein verwandelt werden soll zum Segen und Heil der ganzen Welt.

Im Anschluss an die Hl. Messe konnten die Gäste unter Einhaltung der Abstandsregeln Sr. Andrea beglückwünschen und es bestand die Möglichkeit, sich bei einem kleinen Sektempfang auf dem Kirchenvorplatz zu stärken. Die Familie von Sr. Andrea blieb bis zum Abend, um mit der Braut Christi zu feiern, und wir als Gemeinschaft feierten in großer Mitfreude hausintern weiter.

 

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