Karmelitinnenkloster Himmelspforten

2009 –

Advent / Weihnachten 2008

Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!

Weihnachten – ein Fest der Beziehung? Ein Fest der Verbundenheit von Gott und Mensch, von Himmel und Erde, von Freude und Leid, von Alltag und Fest. Das Weihnachtsgeschehen ist festgehalten in der Monstranz, ein faszinierendes Geheimnis: Gott ward Mensch mit Fleisch und Blut, Gott wurde einer von uns.

Mit ganzem Herzen wünschen wir Ihnen und uns ein beseligendes Staunen darüber: Gottes Herz schlägt in Liebe für uns in einem menschlichen Herzen. „Kommt wir beten ihn an!“
Mit dem Advent beginnt bereits das neue Kirchenjahr – früher wie das Kalenderjahr! Kirchliches Erspüren ist dem weltlichen Erkennen fast immer voraus. Das paßt auch so. Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit im weihnachtlichen Festkreis und ein gesegnetes Jahr 2009.
Gerne erzählen wir Ihnen aus dem Jahr 2008. Es war ein faszinierendes Jahr – Höhen und Tiefen – eine Offenbarungszeit göttlichen Wirkens.
Am 6. Januar 2008 feierten wir die Einkleidung von unserer Postulantin Martina. Aus ihr wurde Sr. Elija. Wir erlebten es als sehr schönes Fest – klar: Die Schwester hat den Mut, mit uns zu leben und wir mit ihr. Wer freut sich nicht über Nachkommen? Letztlich lebt jede Familie davon – auch die Kirche. Am 6.1.2009 legt sie ihre erste zeitliche Profeß auf drei Jahre ab.
Am 31. Mai feierten wir das 50jährige Jubiläum von unserer Sr. Regina. Das Fest bleibt unvergeßlich. Es wurde ein perfektes Familientreffen! Genau das war es, was wir uns für Sr. Regina wünschten. „Wie gut ist es und wie schön, wenn Brüder und Schwestern beisammen sind! (vg. Ps. 133)“ Ihre Verwandten trugen zur musikalischen Gestaltung des Festgottesdienstes bei. So ist es nur in einer hochmusikalischen Familie möglich. Seit vielen Jahren begleitet Sr. Regina unsere Gottesdienste mit der Orgel und arbeitet in der Paramentik mit.
Der 22. Februar war für uns ein trauriger Tag. An ihm beendete unser Herr die lange Leidenszeit von unserer lieben Sr. Theresia. Wir danken ihr mit besonderer Zuneigung für all das Gute, das sie uns in fast sechzig Jahren Ordensleben erwiesen hat. Viele von Ihnen haben ja bereits einen Nachruf erhalten. Nun kann sie die von ihr geliebte schöne Kirche vom Himmel aus betrachten. An dieser Stelle möchten wir Fr. Dr. Bußmann und Fr. Liselotte Matauschek für die medizinische Betreuung danken.
Im Jahr 2007 hatten wir unsere Flure im Kloster alle schön weiß gestrichen. Aber unsere Kirche blieb verstaubt. Können Sie sich vorstellen, was Nonnen dann empfinden? „Das darf doch wohl nicht sein, daß Gott bei uns in einem verstaubten Tempel lebt und wir selber nicht!“ Darunter haben wir gelitten, ist doch das Leben vor Gott unser Lebensinhalt. Was tun? Kirche streichen ohne Geld? Unsere pflegbedürftige Sr. Theresia vermittelte uns damals: „Ich helfe Euch, ich bete für Euch und opfere meine Leiden für Euch auf!“ Ihre Freundin hatte schon seit langem ihre finanzielle Hilfe zugesagt. Als sie starb, hinterließ sie uns testamentarisch einen ersten Grundstock. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenn Gott es will, finden sich Wege! Wir wollten keine teure Restauration – nur schlicht streichen und bei dieser Gelegenheit die alten Elektroleitungen gegen neue austauschen. Gott hat es geschafft, und viele, gute Wohltäter, die z. T. nicht genannt werden wollen, haben uns geholfen. Um Kosten senken zu können, haben die Schwestern bei vielen Arbeiten mitgeholfen, vor allem bei der Elektroinstallation und der Grundreinigung des Sandsteinbodens. Besonders danken wir H. Kunstrestaurator Pracher für die geschenkte Restaurierung des Altarkreuzes, H. Hüttinger für den unendgeldliche Ab- und Aufbau des ehemaligen Hochaltares im oberen Chor und H. Tratt für die freundschaftliche Aufsicht und Hilfe bei den Elektroarbeiten. Auch danken wir der zuverlässigen Firma Rügemer für die entgegenkommenden Ausführungen des Kirchenanstrichs, der Säuberung der Decke und anderer Arbeiten. Ein weiterer Dank gilt der Steingalerie für die Reinigung des Kirchenbodens und dafür, daß wir auch hier mit anpacken durften. Wir freuten uns auch sehr, daß H. Diözesanbaumeister Stefano und H. Pfister uns bei der Kirchenbeleuchtung und bei der Farbgebung gut beraten haben. Unsere Orgel wurde nach Abschluß der Arbeiten sehr gewissenhaft von H. Elenz gereinigt. Unser besonderer Dank gilt H. Generalvikar Dr. Hillenbrand! Er hat es in die Wege geleitet, daß wir mit dem Neuanstrich beginnen konnten. Für die finanzielle Unterstützung des Bistums danken wir in besonderer Weise unserem H. Bischof Hofmann und der Finanzkammer. Es tut gut, in einer Diözese zu wirken, in der Verständnis für das kontemplative Leben vorhanden ist. Wir sind füreinander da! Neun Wochen nach Beginn der Malerarbeiten eröffnete am Weißen Sonntag H. Generalvikar Dr. Hillenbrand unsere Kirche und feierte mit uns die Eucharistie, in der er eine ergreifende Predigt hielt. Als er nach der Kommunion das ewige Licht vor dem Tabernakel wieder anzündete, flammte in vielen Herzen Dankbarkeit und Gemüt auf. So war der achte Tag nach Ostern Auferstehungsfreude pur in unserem Kloster. Jesus wohnt wieder in unserer Kirche! Ohne Jesus ist die Welt kalt.
Im letzten Jahr hatten wir schon den Wunsch, auch in der Oberkirche einen Tabernakel aufzustellen. Dort beten wir das Chorgebet, dort ist unser klösterliches Begegnungszentrum mit Jesus. Die Sehnsucht nach dem Tabernakel gefiel offenbar unserem Herrn. Ein langjähriger Wohltäter, Herr Schraut, machte unser Anliegen zu seinem. Durch eine großmütige Spende ermöglichte er uns einen Tabernakel und die oben abgebildete Monstranz, die im Benediktinerkloster Münsterschwarzach angefertigt wurde. Gott lohne dem edlen Spender seine Großzügigkeit! Wie könnten wir jetzt das Gebet für ihn vergessen?
Nach vielen Jahrzehnten hatten wir die Freude, wieder einmal eine Messe an unserem neugotischen karmelitanischen Hochaltar zu feiern. Es ist der Altar, der früher unten in der Kirche stand. Wir danken unseren priesterlichen Freunden, daß sie für uns an diesem Altar zelebrierten! Es war ein bewegendes Erlebnis! An diesem Altar hat am 21. April 1924 der im KZ Dachau verstorbene Diener Gottes Pfr. Häfner seine Primiz gefeiert! Nach Abschluß des Seligsprechungsverfahrens hoffen wir mit der Diözese, daß er bald zur Ehre der Altäre erhoben wird. Im Vorfeld dieses Ereignisses erhielten wir durch die Vermittlung von H. Amberg den ersten Grabstein des zukünftigen Seligen, der uns ein Erinnerungsstück an unseren einstigen Ministranten ist. Pfr. Häfner, der Mitglied des Dritten Ordens der Karmeliten war, hat in unserer Kirche die Berufung zum Priestertum erhalten. Es bewegt uns sehr, daß wir in unserer Kirche nun eine Gedenkstätte von ihm haben.
Kontemplatives Leben zeigt sich im betenden Dienst für die Mitmenschen, so daß es zum Lob der Herrlichkeit Gottes wird. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, die wirtschaftliche Grundlage für ein Haus will erkämpft sein. Im Sommer war Tiefbauarbeit fällig. Die alten Kanalrohre mußten z. T. saniert bzw. ausgetauscht werden. Da waren Zusammenarbeit – Frohsinn trotz allem – und Körperkraft angesagt. Wir Schwestern durften Hilfsarbeiter bei der Firma Göbel sein: Mit dem Boschhammer stemmten wir den Kellergang auf, fuhren mit dem Bagger große Steinbrocken zum Container und schafften Splitt und Beton herbei, um die 17 m Kellergang wieder zumachen zu können. Harte, und ungewohnte Arbeit! Dank des Capos H. Fasel machten wir nichts falsch, und Bauleiter H. Schömig war zufrieden. Insgesamt war es ein schönes Erlebnis. In harten Zeiten wächst man offenbar zusammen.
Die Hl. Teresa meint, die Seele braucht Nahrung wie der Körper. Zum spirituellen Erhalt und Aufbau gibt es Exerzitien. Im Frühjahr weilte P. Klaus CP bei uns. In dieser Zeit konnten wir kräftig auftanken. Im Dezember besucht uns P. Stephan OSB von Beuron für einige Tage und vertieft mit uns das geistliche Leben. Während des Jahres hält Pfr. Nölle treu seine Weiterbildungsvorträge, die uns mit den Kirchenvätern vertraut machen. Pfr. Nölle hat eine charismatische Begabung, auf interessante Weise Wissen zu vermitteln. Am 26. März war H. Altabt Fidelis OSB von Münsterschwarzach bei uns zu einem Vortrag. H. Direktor DDr. Thomassen, ein langjähriger, guter Freund, hat ihn von der Domschule zu uns geführt. Täglich erfahren wir die Freundschaft treuer Priester beim Gottesdienst: StD Heilmann, Dr. Schenk und in der ersten Jahreshälfte OStR Wenzel. Auch die Sonntagsgottesdienste werden von treuen Freunden zelebriert. Vergelt’s Gott!
Im Sommer erlebten wir die große Freude. Der Singkreis Karlstadt übernahm die musikalische Gestaltung einer hl. Messe in unserer Kirche. Die Darbietung war ein Genuß, mit der uns die Leiterin des Singkreises Fr. Geisler überraschte. Herr Diözesanmusikdirektor Frede veranlaßte aus platztechnischen Gründen eine Veränderung an der Orgel und eine klangliche Verbesserung. Diesen Auftrag erfüllte zur großen Zufriedenheit die Firma Heissler. H. Direktor Frede selbst gab bereits zwei hervorragende Orgelkonzerte – das letzte mit Trompetenbegleitung. Der Klang der Töne ließ uns ein Stück Himmel erleben im gesamten Himmelspförtnerischen Bereich. Von uns aus wurde das Konzert im Exerzitienhaus weitergeführt. Im wahrsten Sinne ein „Wandelkonzert“ – von … nach … – einmal örtlich, dann auch zeitlich (Stücke verschiedener Jahrhunderte). Wir danken ganz herzlich für die Initiative von Seiten Herrn Direktor Fredes und auch der Hilfe der Diözesanleitung.
Es ist uns ein großes Anliegen, allen Freunden, Firmen und bekannten und unbekannten Wohltätern aufrichtig zu danken. Sie dürfen fest mit unserem Gebet für Sie alle, aber auch für jedes einzelne Anliegen rechnen. Gott hat uns für Sie auf den Weg gestellt. Er ist es, der uns den Gebetsdienst für Sie aufträgt.
Und was sind die Projekte für 2009? Z. B. unsere Fliesen im Bad: nach 50 Jahren drohen sie in der nächsten Zeit von der Wand zu fallen, da sie schon gar nicht mehr mit der Wand verbunden sind. Wir haben noch einen heimlichen Wunsch: Wir möchten einen finanziellen Grundstock legen für den Außenanstrich unserer Kirche. Jeder Cent ist für die größere Ehre Gottes.
Seit dem Frühjahr haben wir eine eigene Homepage, die von uns gestaltet und gepflegt wird. Auf www.karmelitinnen-wuerzburg.de können Sie noch ein wenig mehr über unser Kloster und unseren Orden erfahren. Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns auf unseren Seiten mal besuchen! Für kritische Rückmeldungen sind wir sehr dankbar, denn für uns ist das ja alles noch neu.
Gott behüte Sie jeden Tag im neuen Jahr! Jesus geht als unser aller Bruder den Weg mit uns. Mit diesem Gedanken bleiben wir Ihnen das Jahr über durch unser Gebet und Opfer verbunden.

Es grüßen Sie ganz herzlich
Ihre Karmelitinnen von Himmelspforten


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