Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Wenn schon die irdische Himmelspforte so schön ist, wie schön muß dann erst die himmlische sein! –

Der Endspurt der Kirchensanierung ist gekommen! Wir zählen schon fast die Tage, bis daß das Gerüst vollständig abgebaut ist. Gerne lassen wir unsere Freunde, Wohltäter und alle Interessierte teilhaben an unserer Freude.

Als die Maler- und Verputzerfirma Rügemer vor mehr als fünf Monaten am 14.04.09 ihre Gerüstbauer schickte, um unsere Kirche mit einem nahezu kunstvoll aufgestellten Gerüst einzurüsten, ahnte noch niemand, daß sich das Projekt so lange hinziehen würde.

Nachdem die Fassade mit einem Hochdruckreiniger abgestrahlt war, gingen die Maler erst mal auf Fehlersuche. Die Steinmetzfirma Rycek wurde beauftragt, größere Schäden bei den Sandsteinen auszubessern, wie wir ja schon berichteten. Kleinere Risse, Löcher, nicht tragfähiger Putz und Hohlstellen wurden in der Folgezeit von der Firma Rügemer z. T. bis aufs Mauerwerk abgeklopft. An manchen Stellen hatte der Putz eine Stärke von 3-4 cm. Ein sogenannter Vorspritzer diente als Haftbrücke zwischen Mauerwerk, das aus Sand- bzw. aus Bruchstein besteht, und dem neuen Putz, der in zwei bis drei Schichten aufgetragen und anschließend strukturiert, geglättet oder gefilzt wurde. Dies sind Techniken, die die Oberfläche der neu verputzen Stellen an die angrenzende Umgebung anpassen. Danach mußte eine Trocknungszeit von ca. drei Wochen eingehalten werden. Die neuen Putzflächen wurden sodann mit einer Ätzflüssigkeit eingestrichen und später mit Wasser wieder abgewaschen. Das ist notwendig, damit die Salze, die in den verschiedenen Putzarten sind, egalisiert werden und der anschließende Farbaufstrich einheitlicher wird. Ein Anstrich mit Fixativ und Wasser im gewissen Mischungsverhältnis diente zum einheitlichen Saugverhalten des Untergrundes, der nebenbei auch zur Festigung beitrug. Die Purkristalatfarbe (Mineralfarbe), die in der richtigen Rezeptur mit Fixativ und Farbpulver angemischt werden muß, darf nur mit Bürstentechnik aufgetragen werden.

Bei den Pfeilern, die aus Sandstein bestehen, war die gleiche Vorarbeit zu leisten. Dann wurden sie zweimal mit einer speziellen Sandsteinlasur überarbeitet. Hervorstehende Gesimse wurden hydrophobiert, um einen besseren Wetterschutz zu erzielen.

Das Holzgesims unter der Dachrinne wurde ebenfalls bearbeitet, und die Metallgitter der Fenster wurden mit Rostschutzfarbe gestrichen.

Der „Stein der Wohltäter“ hat inzwischen sein endgültiges Gesicht bekommen. In einer leicht grünlichen Sandsteinfarbe hebt er sich von den anderen ab. Der Capo, Herr Endres, hat seinen ganzen Eifer darin gelegt, den Schriftzug „Stein der Wohltäter“ in einer kunstvollen Schrift auf den Stein zu bringen.

Was die Firma Rügemer hier an dieser Kirche fertig gebracht hat, war wieder einmal Spitzenleistung! Wir sind froh und dankbar, daß wir nun schon seit Jahren mit ihnen so gut zusammenarbeiten. Sie haben uns bisher immer aufs Vortrefflichste beraten und sind uns in vielerlei Hinsicht oft entgegengekommen. Bei diesem Projekt wurde ihnen sehr viel Geduld abverlangt, da die umfangreichen Steinmetz- und Spenglerarbeiten, die zur Erhaltung des Gebäudes notwendig waren, die Sanierung mehrere Wochen hinauszögerten.

In besonderer Weise möchten wir auch Herrn Dombaumeister Stefano und Herrn Pfister für die Bereitschaft danken, uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Am 22. September haben die Gerüstbauer mit dem Ausrüsten begonnen. Wir sehen nun jeden Tag ein wenig mehr von unserer schönen Kirche und erwarten voller Spannung den Moment, da sie vollständig ausgerüstet ist und die letzten kleineren Arbeiten fertig sind. Es offenbart sich immer mehr: Hinter den hohen Klostermauern verbirgt sich ein wahres Juwel! Wie glücklich dürfen wir uns schätzen, ein so schönes Haus des Herrn zu haben! Es ist eine Wonne, darin zu beten – in einer Jahrhunderten alten Tradition zu stehen. Es ist eine Kirche, an die seit Mitte des 13. Jahrhunderts als sie von Zisterzienserinnen erbaut wurde, schon viele Menschen mit großer Hingabe Hand angelegt haben. Auch wir Karmelitinnen leisteten immer wieder nach Kräften und den handwerklichen Fähigkeiten entsprechend unseren Einsatz. Besonders nach dem Krieg, als ein Teil der Kirche durch Bomben zerstört war, scheuten unsere Mitschwestern keine Mühe, um diese Kirche wieder aufzubauen. Erst bei der Innenrenovierung im letzten Jahr haben wir die Elektroleitungen selber neu verlegt und so zur Senkung der Kosten beigetragen.Durch solche Arbeiten wurde die Kirche ein Stück von uns selbst! Um so mehr freuen wir uns, wenn sie bald in neuem Glanz erstrahlt!


Wir laden Sie herzlich zu einem feierlichen Dankgottesdienst für unsere Wohltäter und Firmen ein:
Sonntag, 11. Oktober 2009 um 9.00 Uhr

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