Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Advent / Weihnachten 2016
Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!
 

„Der Engel aber sagte zu den Hirten: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch
in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der
Messias, der Herr." (Lk 2,10f)
 

Über die Medien erreichen uns täglich bedrohliche Nachrichten über Krieg und Naturkatastrophen. In Deutschland fühlen sich die Menschen durch Terroranschläge und einen erhöhten Ausländeranteil in ihrer Sicherheit bedroht, so dass ein großes Bedürfnis nach Schutz, Geborgenheit und Orientierung spürbar ist.

In der Person Jesu Christi – des Sohnes Gottes – dessen Menschwerdung wir an Weihnachten feiern, hat Gott uns diesen Wunsch erfüllt. Wir haben die Zusage, dass Er einen jeden von uns bedingungslos liebt. In Jesus Christus will Er unser Leben begleiten, uns den Weg zu einem Leben in Fülle zeigen, uns von Schuld und Versagen befreien, so dass wir fähig werden, die empfangene Liebe weiterzugeben. Vielleicht ist gerade die heutige Zeit eine Einladung, uns vertrauensvoll Gottes Führung und Seinem Schutz anzuvertrauen, und so der Welt, dort wo wir leben, wieder ein menschlicheres Antlitz zu geben; und uns selbst wird vielleicht die weihnachtliche Gabe des Friedens und der Freude geschenkt.

Gerne gewähren wir Ihnen einen Blick auf die Wege, die Gott in diesem „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" mit uns gegangen ist.

Seit 2010 feiert die Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz und St. Elisabeth in der Fastenzeit den Evensong. In diesem Jahr waren sie wieder an vier Sonn-tagen bei uns und nutzten die schöne Akustik unserer Klosterkirche zum Lobe Gottes – einmal mit dem Kinder- und Jugendchor.

Unser hwst. Bischof em. Paul-Werner Scheele begleitete vom 28.2. – 6.3. unsere Konventexerzitien. Zu unserer großen Freude ließ er in seinen tief-geistlichen Vorträgen unsere hl. Ordensmutter Teresa lebendig werden, deren 500. Geburtstag wir im Jahr zuvor gefeiert hatten. Die Vorträge wurden kurz darauf als Buch: „Das ist die Wahrheit: Das Zeugnis der heiligen Teresa von Avila" veröffentlicht.

Sr. M. Elisabeth gehört seit dem 11.3. endgültig zum Karmel St. Josef in Auderath und Sr. M. Bonifatia befindet sich für drei Jahre im Klein-Theresienkarmel in Rankweil.

Der erste Primiziant in diesem Jahr war P. Vincenz Heereman LC. Er feierte am 7. Mai mit uns die hl. Messe und spendete den Primizsegen.

Am 10. Mai ist unsere liebe Sr. M. Bernadette Eichfelder nach langer, schwerer Krankheit zum Herrn heimgegangen. Schon am 10.11.15 war eine OP wegen eines Leistenbruchs nötig, die sie sehr gut überstanden hat. Zuerst pflegebedürftig, machte sie in den Monaten darauf fast täglich kleine Fortschritte, so dass sie zum Schluss wieder die hl. Messe bei uns in der Kapelle mitfeiern und an manchen Tagen in der Rekreation sein konnte. Doch am Abend des 9.5. war wegen eines Darmverschlusses eine Not-OP erforderlich, aus der sie nicht mehr aufwachte. Der Herr rief sie am folgenden Tag in der Mitte der Pfingstnovene zu sich heim, wo sie nun sicherlich „be-geistert" das Lob Gottes in Ewigkeit mitsingen kann.

Am 2. Juli feierte der Neupriester P. Paulus Maria Schmuck von der Gemeinschaft „Quell des Lebens" mit uns seine Nachprimiz, spendete uns den Primizsegen und der kleinen Emma, der Nichte von Sr. Agnes, die hl. Taufe.

Am 16. Juli durfte Sr. Th. Immaculata voll Dankbarkeit auf 25 Jahre hl. Profess zurückblicken – ein großes Gnadengeschenk vom Herrn! Für sie war es eine besondere Freude, dass das Jubiläum in das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit fiel, erweist Jesus uns doch täglich seine Barmherzigkeit, indem Er uns nach jeder Verfehlung einen Neuanfang schenkt und die Gnade gibt, den Weg der Ganzhingabe an Ihn in Treue zu gehen.

Was für eine Kraft ein Specht doch hat! Als unsere Dachdecker Anfang August die Schäden reparierten, die ein Eichhörnchen an unserem Türmchen hinterlassen hatte, entdeckten sie ein Loch in der Metallkugel unter dem Kreuz. Der Specht hatte im letzten Jahr monatelang von früh bis spät darauf herumgehackt und sich so auf seine Weise mit seinen Artgenossen „verständigt". Die Begeisterung des Umfeldes hielt sich derweil in Grenzen.

Unser Gebetschor in der Kirche erhielt am 4. August wieder ein neues, dem Raum würdiges Chorgestühl. Vollholzschreiner Jürgen Wust (seine Frau ist die Nichte unserer langjährigen Priorin Sr. Maria) hat es liebevoll für uns angefertigt. Es ist ein wahrer Traum! So Gott will, können nun noch viele Generationen dort oben das Lob Gottes singen und betend für Kirche und Welt vor Gott einstehen.

Am 24. August vollendete Sr. M. Lucia voll Dankbarkeit ihr 80. Lebensjahr. Als große Beterin hat sie wie die hl. Teresa bei ihrer Arbeit sicher oft erfahren, dass ihr der Herr auch in der Küche inmitten der Kochtöpfe nahe ist und ihr sowohl innerlich wie äußerlich beigestanden ist (vgl. Klostergr. 5,7). So freut sie sich sehr, dass sie dort immer noch auf vielfältige Weise etwas für die Gemeinschaft und die Kirche tun kann.

Am 29.9. feierten wir mit den Mariannhiller Missionaren, mit denen wir seit Jahrzehnten eng verbunden sind, eine Dankmesse für die Seligsprechung des Märtyrers P. Engelmar Unzeitig CMM, dem „Engel von Dachau", die am 24.9. im Würzburger Dom stattfand. Er hatte sich freiwillig zur Pflege der Thyphuskranken gemeldet, sich infiziert und starb am 2.3.1945 im Alter von 34 Jahren. Der neue Selige möge auch uns immer wieder zurufen: „Liebe verdoppelt die Kräfte!", dass wir wahrhaft Liebende werden und so die Liebe Gottes zu den Menschen tragen.

Ende September begann Sr. Anna Maria eine multimodale Schmerztherapie und Sr. Lucia bekam Mitte November eine ambulante Reha bewilligt. Wir hoffen sehr, dass beiden ein wenig geholfen werden kann!

Am Fest der kl. hl. Theresia, dem 1. Oktober, hat unsere Postulantin Andrea das Noviziat begonnen. Mit dem Habit unseres Ordens bekam sie auch den neuen Namen: Sr. Andrea Maria vom heiligsten Antlitz. Wir freuen uns sehr, dass sie mit uns zusammen immer wieder das Antlitz Jesu anschauen und sich im Schweigen darin versenken möchte. Wir wünschen ihr ein gutes Hineinwachsen in unsere Gemeinschaft!

Pünktlich zum Hochfest unserer hl. Mutter Teresa war es endlich so weit: Unsere Hauskapelle erstrahlte durch einen neuen Anstrich wieder in hellem Glanz! Glich sie durch die Kollateralschäden der Fensteraktion eher dem „armen Stall von Betlehem", ist sie jetzt wieder ein würdiger Gottesdienstraum, in dem wir täglich in großer Dankbarkeit und Freude das hl. Messopfer feiern und aller derer gedenken, die uns mit ihren Gaben unterstützen und uns ihre Anliegen anempfehlen. Gut einen Monat später tünchte die Malerfirma Rügemer auch die Rekreation, die es ebenso nötig hatte. Für die Stirnwand fertigte Schreiner Jürgen Wust einen neuen Schrank, da der alte wegen seiner interessanten Zusammensetzung hinter einem Vorhang versteckt werden musste. Zellen und Arbeitsräume würden sich z. T. auch über ein wenig Farbe freuen, aber dafür fehlt im Moment noch Zeit und Geld.

Papst Franziskus schenkte unserem Orden am 16. Oktober eine neue Heilige: Sr. Elisabeth von der Dreifaltigkeit wurde offiziell in die Schar der Heiligen aufgenommen. Die junge Karmelitin aus Dijon (Frankreich) betete den Dreifaltigen Gott vor allem im Innersten ihrer Seele an, einen „Ort", den man immer und überall aufsuchen kann. Sie möchte auch uns lehren, immer in der Gemeinschaft mit Gott zu leben. Sie starb mit 26 Jahren am 9.11.1906.

Durch Pfr. Sobota von der Polnischen Katholischen Mission bekamen wir am 21.10. ein fast lebensgroßes Bild des Barmherzigen Jesus geschenkt, das nun neben dem Eingang unserer Hauskapelle hängt und uns alle sehr erfreut!

Eine Woche später kam unsere liebe Priorin Sr. Mirjam wieder ins Krankenhaus, wo sie sich am 11.11. einer notwendigen OP unterziehen musste. Schon am 29.11. begann die Chemotherapie. Wir bitten innig um das Gebet für sie, dass der Herr sie auf diesem Weg mit Seiner Gegenwart stärkt.

Am Christkönigfest, dem 20.11., schloss Papst Franziskus in Rom im Beisein der tags zuvor neu kreierten Kardinäle die hl. Pforte und beendete das sicherlich gnadenreiche Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Gott allein weiß, wie viele Herzen Er (neu) berühren / heilen konnte!

Am gleichen Tag sprach Kardinal Angelo Amato, der Legat des Papstes, P. Maria Eugen vom Kinde Jesus (Grialou) OCD in Avignon selig. Er ist der Gründer des Säkularinstituts Notre-Dame de Vie (Unsere Frau vom Leben), das dem Karmelorden angeschlossen ist.

Einige Vorträge erweiterten unseren Horizont und vertieften unsere Spiriualität: P. Sebastian Dumont msp berichtete uns ergreifend über das Wirken der Bewegung „Missionare Diener der Armen der Dritten Welt" in Peru, mit P. Elias OCD befassten wir uns tiefer mit der Liturgie und Pastoralreferent Christoph Heizler aus Lörrach führte uns in die „Werkstatt" seiner Doktorarbeit über Edith Stein.

Ein ganz herzliches Vergelt's Gott möchten wir den Priestern sagen, die mit uns regelmäßig oder aushilfsweise die hl. Messe feiern. Das heilge Messopfer ist Quelle und Höhepunkt unseres Lebens, so sind wir froh, dass sich jeden Tag Priester finden, die mit uns die Eucharistie feiern, auch wenn wir tagsüber noch oft zum Gebet zusammen kommen oder uns während der Arbeit immer wieder mit dem Herrn vereinen!

Und ein ganz herzliches Vergelt's Gott gilt auch Ihnen, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter! Ohne Ihre materielle oder finanzielle Hilfe, Ihr unterstützendes Gebet und Ihre Freudschaft könnten wir kein kontemplatives Leben führen. Denn nur so haben wir die Kraft zum Gebet für Sie und Ihre Anliegen, für die Kirche und die ganze, so bedrängte Welt. Der Herr möge Ihnen Ihren Einsatz überreich lohnen – Er lässt sich an Großmut nicht übertreffen!

Und der Ausblick auf's nächste Jahr? Unsere elektrische Orgel in der Hauskapelle quittiert langsam den Dienst. Die Organistin muss jeden Morgen damit rechnen, dass sie nicht mehr an geht. Außerdem überlegen wir, weiter langfristig die Energiekosten zu senken: z. B. durch eine Photovoltaikanlage für den Strom und eine besser Wärmeisolierung einiger Speicher. Aber vieles wird davon abhängen, wie sich die Neugestaltung der Mainaustraße gestalten wird. Schon jetzt mussten wir für das kleine Stück von unserem Tor bis zur Grenze des Exerzitienhauses sehr viel Geld bezahlen. Wenn die Straße auch noch stadteinwärts renoviert wird, müssen wir wohl mit einem entsprechend viel größeren Betrag rechnen. Sie können sich sicher vorstellen, was das für unsere kleine Gemeinschaft bedeutet! Da ist konkret unser Vertrauen in die Hilfe Gottes angefragt – wie immer sie auch aussehen mag!

Ihnen allen wünschen wir gnadenreiche Advents- und Weihnachtstage und ein grenzenloses Vertrauen in Gottes Führung, dass Sie konkret erfahren dürfen: Gott ist mit uns! Maria und Josef, die auf der Reise nach Betlehem und bei der Flucht nach Ägypten die Vorsehung Gottes erfahren durften, seien Ihnen machtvolle Fürsprecher! Gottes Schutz und Segen begleite Sie durch das kommende Jahr 2017.


So grüßen Sie ganz herzlich
Ihre dankbaren Karmelitinnen von Himmelspforten

 

 

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