Karmelitinnenkloster Himmelspforten

Weihnachtsbrief 2012 vom Karmel Himmelspforten – Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebending macht.

Die Worte des Glaubensbekenntnisses begleiten uns auf Wunsch unseres Papstes Benedikt nun ein ganzes Jahr bis zum Christkönigssonntag, den 24.11.2013. Wir sind eingeladen, uns in die Geheimnisse zu versenken, von denen der Text spricht. Dieser bezeugt den Größeren, der uns vorausgeht, wie der Heilige Vater immer wieder betont. Jesus Christus ist Mensch geworden und hat uns vorgelebt, wie wir Tag für Tag an der Hand des Vaters leben können. An der Krippe dürfen wir lernen, zu glauben und uns Ihm kindlich anzuvertrauen.
Gerne möchten wir Sie teilhaben lassen an dem, was uns in diesem Jahr bewegt hat. Es war ein sehr dichtes Auf und Ab: Freude und Leid, Arbeit, Erholung und Feiern lagen dicht beisammen. Schon die ersten Tage im Januar waren für uns besonders aufwühlend.
Am 5. kam Sr. Anna Maria, nachdem sie sich am 6.12. einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte, aus der Reha nach Hause. Leider hat sie immer noch Schmerzen, aber dank des Rollators und des Treppenliftes kann sie sich fast im ganzen Haus selbständig fortbewegen.
Zugleich war dieser Tag für uns Teil eines äußerst schmerzlichen Abschieds: Unsere langjährige Novizenmeisterin und frühere Priorin Sr. Petra wurde auf ihren Wunsch hin auf die Palliativstation des Juliusspitals verlegt, die durch Infusionen und eine kontinuierliche ärztliche und pflegerische Betreuung ganz andere Möglichkei-ten hat, die Schmerzen und Atemnot zu lindern als wir.
Mit gemischten Gefühlen nahmen wir wieder die Vorbereitungen für das große Fest am nächsten Tag auf. Die ersten Gäste aus Neuss waren schon angereist, um am Dreikönigstag die feierliche Profess von Sr. Elija mit uns zu feiern. Viele Verwandte und Freunde waren mit uns Zeugen, als Sr. Elija Gott für immer ihr Leben übergab und Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam versprach. Dies ist immer wieder ein ergreifender Moment. Unser Mitbruder P. Günter OCD stand der Eucharistiefeier als Hauptzelebrant vor. Für einige Stunden waren wir so Gäste bei einer „Hochzeitsfeier“, die Vorgeschmack des ewigen Hochzeitsmahls ist.
Wir konnten nicht ahnen, wie bald schon Sr. Petra von ihrem Bräutigam zur ewigen Hochzeit gerufen werden sollte. Zwei Schwestern blieben die Nacht über bei ihr. Am Morgen des 7. Januar um 7.00 Uhr, als es gerade zum „Engel des Herrn“ läutete, tat sie ihren letzten Atem-zug. Ihre letzten Worte, die sie aufschrieb, als sie schon nicht mehr reden konnte, sind uns wie ein Vermächtnis: „Ich liebe alle Menschen! Danke, danke, danke für alles, für Euch!“ Diese Liebe und dieser Dank gilt mit Sicherheit auch Ihnen, liebe Freunde und Wohltäter, die Sie im Her-zen von Sr. Petra immer einen ganz besonderen Platz hatten. Sr. Petra wird uns allen vom Himmel aus eine treue Fürsprecherin sein. Für viele Priester, die Sr. Petra kannten, war es ein Anliegen, für sie mit uns zusammen eine hl. Messe zu feiern. Ein lieber Wohltäter spendete den Grabstein für Sr. Petra.
In der Fastenzeit war an drei Sonntagen unsere Pfarreiengemeinschaft „Heiligkreuz und St. Elisabeth“ mit dem Evensong bei uns in der Kirche zu Gast. Wir freuten uns, dass wir so auch mal in den Genuss einer feierlicheren Vesper mit festlichem Orgelspiel, Choreinlagen und Predigt kamen.
Am Fest „Verkündigung des Herrn“, das in diesem Jahr auf den 26. März verlegt wurde, haben wir mit unse-rer Sr. Bernadette (Eichfelder) dem Herrn Dank gesagt für die Gnade des goldenen Professjubiläums. In ihren ersten Klosterjahren hat sie tatkräftig beim Wiederaufbau unseres Klosters mitgearbeitet. Später hat sie ihre Fähigkeiten beim Nähen von Paramenten, Habiten und Schürzen eingesetzt, war aber auch immer wieder bei Renovierungen aktiv.
Am Tag darauf, dem 27. März, wurde Franz Cersovsky, ein langjähriger Freund und Wohltäter unseres Klosters, vom Herrn in die Ewigkeit gerufen. Vor fast 12 Jah-ren hat er die „Stiftung Freundeskreis Karmelitinnenkloster Himmelspforten“ ins Leben gerufen, die uns auch noch nach seinem Tod finanziell ein wenig unter die Arme greifen soll. Der Herr möge ihm alle Liebe und Güte, die er uns in vielen Jahrzehnten geschenkt hat, reichlich ver-gelten!
Unsere Novizin Sr. Josefa hat am 11. April unsere Gemeinschaft verlassen. Mit ihr sind wir dem Herrn dankbar, dass sie schnell Wohnung und Arbeit finden konnte. Wir wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg, dass Gottes Segen sie begleitet und Er sie führt.
Am 6. Juli ist ein weiterer lieber Wohltäter gestorben: Johannes Schraut, der Seniorchef der Abele-Optik, hat uns in früheren Jahren oft die Brillen unentgeltlich gefer-tigt. Im Sommer 2008 stiftete er uns den Tabernakel für den oberen Chor; so haben wir auch in den Sommermo-naten, wenn wir dort beten, den Blick auf den Tabernakel.
Am 16. Juli, dem „Hochfest der seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ legte Sr. Therese ihre erste Profess für drei Jahre ab. Viele Verwandte und Freunde, die schon ihren Noviziatsbeginn begleitet haben, nahmen an der Feier teil, die Pfr. Mayr, Leiter der Bamberger „Diöze-sanstelle Berufe der Kirche“, als Hauptzelebrant leitete. Sein Würzburger Kollege OStR Wenzel hielt die Predigt. Eine gelungene Kooperation der beiden Bistümer!
Zwei Tage später begannen unsere Ferien mit der et-was gelockerten Tagesordnung. Wir erholten uns von einer turbulenten ersten Jahreshälfte und sammelten Kräfte für das Großprojekt „neue Fenster“, das im Herbst starten sollte. Zum Glück konnten wir noch vor dieser Aktion die Dämmung des Pfortendaches fast komplett fertig stellen.
Am 18. September wurden die neuen Kunststofffens-ter für den Klausurbereich geliefert. Exakt zwei Monate hatten wir Fensterbauer, Schreiner, Verputzer und Spengler bei uns „zu Gast“. Das Leben „auf der Baustelle“ war für uns ein Leben im Ausnahmezustand. „So nah und doch so fern“, dachte manche Schwester, wenn sie wieder einmal vor einem mit einer hauchdünnen Folie abgeklebten Schrank stand und an das begehrte Objekt des täglichen Gebrauchs nicht heran kam. Ob Dosenöffner oder (warme) Bekleidung, Bücher, die Einrichtung in den Zellen oder sonstiges Arbeitsmaterial – es war manchmal schier zum Verzweifeln! Humorvolle Bemerkungen retteten mitunter die angespannten Nervenkostüme, wenn wir uns täglich nach Feierabend der Arbeiter daran machten, halb leer geräumte Zellen und überfüllte Gänge notdürftig für wenige Stunden vom Staub zu befreien. Am 13. November atmeten wir auf: Der letzte Verputzer verließ das Haus und wir gönnten uns ein paar Tage Auszeit, um uns ein klein wenig zu erholen und beim Herrn wieder aufzutanken. Das war eine wahre Wohltat für Leib und Seele! Wir hoffen nun sehr, dass sich die Dämmung des Daches und die schönen neuen Fenster nachhaltig positiv auf unsere Heizkosten auswirken.
Während der Fensteraktion wurden uns aber auch noch zwei gnadenreiche Ereignisse geschenkt, die uns stärkten: Vom 20. bis 21. September beherbergten wir erneut den Reliquienschrein der hl. Theresia von Lisieux bei uns in der Klosterkirche. Das Theresienwerk hat sein 40-jähriges Jubiläum in Würzburg gefeiert, und so kam der Schrein auch zu uns. Die kleine heilige Theresia hat uns abermals reich beschenkt. Wir ließen die Patronin der Missionen auch selbst zu Wort kommen: Jeder Besucher durfte einen Luftballon mit einem Spruch der Heili-gen auf die Reise schicken. Rückmeldungen bekamen wir sogar aus Österreich und Tschechien.
Am Fest unserer Ordensmutter Teresa von Avila, dem 15. Oktober, konnte Sr. Maria, unsere langjährige Priorin, auf 65 Professjahre zurückblicken. Einige Verwandte und Freunde feierten mit uns. Prälat Hohmann, der drei Tage zuvor seinen 75. Geburtstag feierte, und uns sehr verbunden ist, hielt den Festgottesdienst. Im feierlichen „Te Deum“ am Ende des Gottesdienstes gipfelte der Dank für viele Gnaden, die Sr. Maria im Laufe ihres langen Or-denslebens empfangen durfte.
Ein besonderer Dank gilt unseren Priestern, die das Jahr über die heiligen Messen bei uns zelebrierten! Wir hoffen sehr, dass wir auch in den nächsten Jahren die Eucharistie täglich feiern können, denn sie ist für uns Quelle und Höhepunkt eines jeden Tages. Aus ihr schöpfen wir Kraft für unseren Dienst für Kirche und Welt. Bei der Gabenbereitung legen wir mit unserer Hingabe auch alle Ihre Anliegen auf den Altar und erbitten Ihnen den Segen und die Hilfe Gottes.
Stärkend und unseren Eifer anspornend waren die Exerzitien, die uns Prof. P. Johannes Nützel OCarm im März gab, sowie die Vorträge, die er, Pfr. Seufert, OStR Wenzel, P. Dr. Ulrich Dobhan OCD und Fr. Dr. Ziegler uns das Jahr über hielten. Mit Pfr. Seufert freuen wir uns, dass er am 12. Dezember sein 80. Lebensjahr vollendet.
Im nächsten Jahr möchten wir die begonnenen Bauprojekte nach Möglichkeit zum Abschluss bringen. Zudem müsste das Dach des Anbaus vom Pfortenbereich neu gedeckt werden. Vielleicht können wir auch dort noch etwas isolieren.
Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter, wir danken Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie uns auch in diesem Jahr Ihre Verbundenheit und Treue gezeigt haben! Was wären wir ohne Sie alle! Wir wissen, dass viele von Ihnen große Opfer für uns bringen! Das berührt uns sehr, und wir versichern Ihnen, dass wir Sie in besonderer Weise in unserem beständigen Gebet mit uns tragen. Einen inni-gen Dank sagen wir auch unserem Generalvikar Dr. Hil-lenbrand und Finanzdirektor Siedler. Durch ihren Einsatz übernahm die Diözese einen Teil der Kosten für die neuen Fenster. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ allen, die uns auf vielfältige Weise mit tatkräftiger Hilfe unterstützten. Es ist schön, solche Freunde zu haben! Mit allen, die sich in ihren Nöten unserem Gebet anvertrauten, lobten wir den Herrn, wenn wir erfahren durften, dass unser armseliges Gebet Erhörung gefunden hat. Das spornt uns noch mehr an, unsere ganze Hoffung auf Gott zu setzen, von dem alles Gute kommt. An der Krippe des Immanuel – Gott mit uns – erbitten wir für Sie alle den reichen Segen Gottes und Seine treue Begleitung und Führung durch das neue Jahr 2013!


Von ganzem Herzen grüßen Sie
Ihre dankbaren Karmelitinnen von Himmelspforten

 
Mainaustr. 40, 97082 Würzburg
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Webseite: www.karmelitinnen-wuerzburg.de

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